Robert Weinkauf
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Foto: Daniel Stojek
Ich habe mich noch gar nicht so lange intensiver damit beschäftigt, mit eigenen Liedern etwas ausdrücken zu wollen, was ich allein mit meiner Sprache nicht schaffe. Das begann erst Ende 2018. Ich habe mir also eigentlich auch die Frage noch nicht gestellt, was es sei, was ich da anbiete, womit oder mit wem es vergleichbar wäre.
Jetzt, nachdem ich im Herbst diese eigenen Lieder auf Schloss Goseck erstmals einem großen Publikum gezeigt habe, sagt man mir aber nach – und es freut mich, es so zu hören! – dass man mich ganz klar inmitten der „klassischen Liedermacher“ verorten könne. Am prominentesten wird neben der allgemeinen Aussage „Singer/Songwritern der Siebziger“ immer mal wieder „Konstantin Wecker“ genannt, wobei ich weiß, dass ich – musikalisch und inhaltlich – sehr weit entfernt bin von dem, was er wie schreibt, zumal er ja nicht nur ein genialer Sänger, Musiker und Komponist, sondern auch ein bedeutsamer Dichter und Denker ist. Vielleicht sind es einfach nur mein Habitus und mein Bühnen-Ego, dieses „mal zu laut, mal zu zärtlich“, die diesen Vergleich zulassen? Ich weiß es nicht.
Aber ja: Strophen, Bridge, Refrains, ein bisschen „klassisches Lied“, manchmal auch leichte Rockmusik-Anflüge, bei denen außer der Gitarre halt alles andere nicht mitspielt – darin würde ich mir selber schon auch ganz gut gefallen. Doch. Aber letztlich bin ich natürlich nicht mehr oder weniger als einer von all denen, die früher mal versucht haben, halbwegs (!) das Gitarrenspiel zu lernen, um sich am Lagerfeuer bemerkbar machen und ausdrücken zu können und sich ein Stückchen weiter in den Mittelpunkt einer größeren Gemeinschaft zu lancieren. Als Alternativen hätten mir damals auch noch Klavier und Waldhorn zur Verfügung gestanden. Ist doch klar, was da letztlich gewonnen hat …
Gespräch mit dem Musiker, Sänger und Veranstalter Robert Weinkauf, Ahoi Leipzig, 08.04.2025
